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2026/062

Geb.: ca. 03/2026
Geschlecht: weiblich/noch nicht kastriert 
Merkmale: Stehohr, Löwenkopf, rotbraun mit etwas grau, weiße Nase
Haltung: derzeit Außenhaltung
Impfungen: RHD1+2/Myxomatose (09/2026)

Ich bin erst etwa 6-7 Monate alt und habe leider schon erfahren müssen, dass Menschen sich manchmal etwas ganz anderes unter einem Kaninchen vorstellen, als wir wirklich sind. Ich wurde für ein zweijähriges Kind angeschafft - als kleines Kaninchen zum Liebhaben und Beschäftigen. Doch schon nach wenigen Wochen war ich offenbar nicht mehr interessant genug. Ich war „langweilig“, ließ mich nicht so anfassen, wie man es sich gewünscht hatte, und wurde schließlich als „aggressiv“ bezeichnet. Dabei wollte ich einfach nur zeigen, dass ich Angst habe, mich unwohl fühle oder nicht angefasst werden möchte. Auch wir Kaninchen haben Gefühle und Grenzen, die respektiert werden sollten. Dann stand der nächste Urlaub vor der Tür. Meine Familie wollte einen ganzen Monat ins Ausland reisen. Ich sollte währenddessen in meinem kleinen Käfig bleiben, und eine Nachbarin hätte hin und wieder nach mir gesehen. Sie meinte, ich würde das schon überleben. Zum Glück gab es Menschen, die nicht einfach weggesehen haben. Jemand entdeckte meinen kleinen Käfig draußen auf einem Tisch und beschloss, mir zu helfen. Es wurde telefoniert, nach Lösungen gesucht, beraten, aufgeklärt und organisiert. Menschen stellten vorübergehend einen Platz für mich zur Verfügung, andere kümmerten sich um meine Abholung und wieder andere setzten sich dafür ein, dass ich eine echte Chance bekomme. Dafür bin ich von Herzen dankbar. Denn ich bin kein Kuscheltier, das man nach Lust und Laune herausholen kann. Ich bin ein kleines Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen. Ich möchte hoppeln, buddeln, erkunden, mich zurückziehen dürfen und meine Umgebung entdecken. Ich brauche ausreichend Platz, Bewegung, Beschäftigung, artgerechtes Futter und vor allem einen passenden Kaninchenpartner, mit dem ich mein Leben teilen kann. Vielleicht bin ich anfangs etwas vorsichtig. Vielleicht möchte ich nicht sofort angefasst werden. Und vielleicht brauche ich einfach Zeit, um Vertrauen zu fassen. Bitte gib mir diese Zeit. Ich möchte nicht bedrängt werden, sondern selbst entscheiden dürfen, wann ich Nähe zulasse. Ich wünsche mir ein Zuhause, in dem ich endlich als das gesehen werde, was ich bin: ein fühlendes Lebewesen und kein Spielzeug für Kinder. (Oktober 2026)