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Wera 12026/022

Geb.: 01/2026
Geschlecht: weiblich
Gewicht: ca. 1,5 kg
Merkmale: Widder, Langhaar, dunkelbraun-weiß, blaue Augen
Haltung: derzeit Innenhaltung

Werly und ich saßen vor kurzem noch in einem Geschäft zwischen vielen anderen Tieren. Es war laut, hektisch und beängstigend. Ständig liefen Menschen an uns vorbei, schauten uns an und sagten, wie „süß“ wir doch sind. Dann wurden wir plötzlich in eine Kartonbox gesetzt. Wir wussten nicht, wohin es geht und warum alles so schnell passiert. „Für Ostern“, haben die Menschen gesagt, „Für die Kinder.“ Im Geschäft hieß es, wir wären perfekt so, wie wir sind: zwei Weibchen, unkastriert, kein Problem. Keine Impfungen nötig, weil wir ja im Zimmer leben würden. Ein kleiner Käfig würde völlig reichen. Doch für uns bedeutet das: Kein richtiger Auslauf, kein Klo, kaum Raum zum Hoppeln. Wir verstanden gar nichts. Warum werden wir ständig herumgetragen? Warum greifen fremde Hände nach uns? Doch schon nach einem Tag hieß es plötzlich, wir müssten wieder weg. Unser Geruch würde die neue Besitzerin krank machen. Dabei sind wir Kaninchen eigentlich sehr reinliche Tiere. Aber in einem viel zu kleinen Käfig ohne Toilette können auch wir nicht sauber bleiben. Mein langes Fell hatte manchmal Heu darin hängen – vielleicht hätte uns einfach jemand bürsten müssen. Dann kam wieder eine Transportbox. Wieder Warten, wieder Angst. Doch diesmal war etwas anders. Der neue Ort war ruhig. Hier lebten andere Kaninchen wie wir. Hier sprach man leise mit uns und ließ uns erst einmal ankommen. Es gab frisches, duftendes Heu, leckeres Abendessen und sogar ein richtiges Klo. Zum ersten Mal seit Tagen konnten wir uns entspannen. Der Bauch war voll und langsam fühlten wir uns sicher. Wir sind keine Ostergeschenke. Wir sind Lebewesen – mit Gefühlen, Bedürfnissen und einem Leben, das länger dauert als ein Feiertag. (Mai 2026)

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